Trennt sich MDS von der MOPO?

Über einen MOPO-Verkauf wird in den Medien spekuliert. Seitens der Mediengruppe DuMont Schauberg wird gesagt, dass an einem Verkauf der Beteiligung Berlin und Hamburg nichts dran ist. Aktuell gehandelt wurden als Käufer in den Medien die Mediengruppe Madsack und der sh:z aus Flensburg. Auch diese Gruppen dementieren. Alles geklärt und ok?

Die Zeitungsbranche befindet sich in der Konsolidierung, es wird in den kommenden Jahren auch weiterhin Zeitungsübernahmen geben. Der nachlassende Anzeigenumsatz im Printgeschäft, der noch nicht ausreichende Anstieg des Online-Anzeigenumsatzes oder der Umsatz im digitalen Vertrieb oder der Aufbau von Neugeschäften – das alles beschäftigt die Verlage. Sie suchen nach Lösungen aus den Marktverschiebungen. Es werden überregionale Anzeigen-Kombis gebildet (wie im Fall der MOPO „Boulevard National“ oder bei den Abo-Zeitungen „Medienhaus Deutschland“). Zeitungsgruppen wie die ZEIT in Hamburg gelingt es, ihre Marke in andere Geschäftsfelder zu übertragen und auszubauen (ZEIT Reisen, ZEIT für die Schule, ZEIT Veranstaltungen u.a.m.). Bei MDS in Köln praktiziert man ähnliches mit dem Angebot „Zeit für Wissen” – ein Weiterbildungsangebot für die Zielgruppe 50plus.

Zu den Grundstrategien von Verlagen gehört immer auch „Kaufen und Verkaufen“, sei es zur Sicherung der Liquidität, einer strategischen Neupositionierung o.a.m. MDS hat z.B. DuMont Venture (heute unter dem Dach von Capnamic Ventures) gegründet. Das Geld wird Wachstums-unternehmen in den Bereichen digitale Medien und IT zur Verfügung stellt. Der Blick auf den Verkaufsmarkt 2013: Es gab bundesweit in den Printmedien 62 Übernahmen. Axel Springer trennt sich gerade für 920 Mio. € von Teilen seines Printengagements, die Verlagsgruppe Holtzbrinck hat in den letzten vier Jahren Beteiligungen von über einer Milliarde (!) Euro verkauft. Es wird auch künftig zu Veränderungen in den Printmedien kommen, also auch zu Verkäufen. MDS wird bei der in der Bilanz 2012 beschriebenen Liquiditätslage wohl nicht zu den Käufern gehören. Eher bereinigt die Gruppe das Portfolio, wie man es auch in der aktuellen Bilanz 2012 andeutungsweise nachlesen kann (2013 wurden u.a. die FR abgewickelt, Warnow Kurier und der TIP Berlin verkauft).

Die MOPO befindet sich in einem harten Wettbewerbsumfeld in Hamburg und behauptet sich erfolgreich, mit MDS (65 Prozent) und dem Heinen-Verlag (35 Prozent) als Gesellschafter – über das Presse Medienhaus Berlin (PMB). Die Dementis vom MDS-Vorstand muss man ernst und zur Kenntnis nehmen. Sie müssen wissen, wovon sie sprechen, denn sie wären die Verkäufer.

Dementis im Zusammenhang mit Gerüchten über einen MOPO-Verkauf hinterlassen aber auf der anderen Seite keinen Eindruck. So häufig wie die Zeitung verkauft wurde kann man nur sagen: Die Nummer ist immer erst dann spruchreif, wenn man es getan hat. Vorher ist alles Spekulation. Die Printmedien sind in einer grundlegenden Umbruchphase. Die Belegschaften erlebt es unmittelbar.

Die Meldung über den MDS-Neujahrsempfang 2014, in der die MOPO bei der Aufzählung der Zeitungstitel von MDS als „unter anderem“ bezeichnet wurde, stärkt allerdings nicht unbedingt das Vertrauen in den MDS-Vorstand.

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