Solidarität mit Streikenden bei Pflegen und Wohnen

Die Streikenden bei Pflegen und Wohnen in Hamburg kämpfen um einen Haustarifvertrag, den der Arbeitgeber gekündigt hat und der erklärt, er will keine Tarifregelung, er will eine betriebliche Regelung. Ein Tarifvertrag gilt für den Betrieb, aber dass will man wohl nicht, man will einfach weniger als den Tarifvertrag. Dagegen hat sich Protest formiert, es kam zu Warnstreiks. Hier ein Soli-Schreiben, das ich abgeschickt habe. Die aufgeführt Facebook-Seite von ver.di funktioniert leider nicht. Soli-Schreiben sind für die Streikenden immer eine Hilfe, ich habe es selber miterleben dürfen. Und Soli-Schreiben gehören nicht in die Schublade. Den Rest entscheiden die Menschen.

“Solidarischen Grüße zu eurem Streik und der Forderung nach wirksamen Tarifbedingungen, für einen Haustarifvertrag für alle.

Bereits in der Vergangenheit mussten Belegschaften nach einem Gesellschafterwechsel für einen dynamischen Haustarifvertrag streiken. Rückblickend dürfte sich ihr Einkommen kontinuierlich erhöht haben. Pro Kopf dürften es zehntausende € aus machen, die in unsere Kasse und nicht in die des Unternehmens geflossen ist. Die Kündigung eures Haustarifvertrages zielt doch darauf ab, einen Verteilungsprozess zu verändern und damit auf Sicht die Arbeitsbedingungen grundlegend zu verschlechtern.

Aus dem Wissen der Printmedienbranche: Wenn es keine Tarifbedingungen mehr gibt, wird es wettbewerbspolitische Arbeitsbedingungen geben. Marktprozesse werden einfach an die Beschäftigten 1:1 weitergeben werden. Wer Tarifverträge kündigt, der wird auch später die Arbeitsbedingungen wesentlich verschlechtern. Die Praxis in den Betrieben, wo dies erfolgt ist, besagt: Die Gehälter werden nicht mehr erhöht, die Urlaubstage reduziert, die Arbeitszeiten verlängert und die Arbeitsbedingungen schlechter. Und: Das Management verhält sich anders gegenüber den Beschäftigten. Es kommt erst noch der Herr-im-Hause-Standpunkt. Wenn heute vom Management davon geredet wird, passgenaue Bedingungen zu schaffen, dann ist das nur der Weg der Täuschung: Wer sich darauf einlässt, wird die Verschlechterungen selber bezahlen.

Die beabsichtigte Verschlechterung der Arbeitsbedingungen bei Pflegen und Wohnen in Hamburg auch ein Folge des Verkaufs von öffentlichen Dienstleistungen an privaten Unternehmen ist. Ein Prozess der Rekommunalisierung ehemals öffentlicher Dienstleistungen muss in Hamburg wieder eingeleitet wird.

Ein Arbeitskampf ist immer keine leichte Sache, die Arbeit von euch, euren Kolleginnen und Kollegen in den verschiedenen Einrichtungen genießt in der Gesellschaft hohe Anerkennung. Das muss auch für den Streik gelten. Viel Erfolg!”

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