Neupack war eine betriebliche Auseinandersetzung

FotoDie Tarifauseinandersetzung beim Verpackungsunternehmen Neupack war eine klassische Verteilungsauseinandersetzung, gegen Unternehmerwillkür bei der Entlohnung. Es ging nicht um eine Auseinandersetzung um die Tarifanbindung an Fläche der Verpackungsindustrie (ver.di, IGM und IG BCE), sie war rein betrieblich. Im Ergebnis soll es ein genormtes System der Entlohnung geben, das vorher nicht bestand. Die Erhöhung der Stundenlöhne und die bezahlte Verkürzung der Arbeitszeit bedeuten eine Erhöhung der Einkommen. Der Streikbruch durch Leiharbeiter, später Zeitverträge, zielt auf die ökonomische und machtpolitische Wirkung des Streiks.

Es ging im Verlauf um die Sicherung der Handlungsfähigkeit gegen den Streikbruch wie gegen Bestrebungen, die Gewerkschaft als Träger der Auseinandersetzung zu diskreditieren und damit die Streikfront zu schwächen. Der soziale Frieden konnte nicht über einen Tarifvertrag hergestellt werden. Regelungen und Zusagen heben auf die partnerschaftliche Funktion des Betriebsrats ab. Gesetzlich verkörpert er die höchste Form der Sozialpartnerschaft im Betrieb, weil er kein Mittel hat, Arbeiterinteressen mit dem Arbeitskampf durchzusetzen.

Es war nicht nur der längste betriebliche Tarifkampf, es war auch eine bisher unbekannte Solidarität aus der gewerkschaftlichen und politischen Arbeiterbewegung. Die Finanzkraft der IG BCE hat den Streik gesichert, die Solidarität der Arbeiterbewegung eine Isolierung der Auseinandersetzung verhindert.

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