Faktencheck

Im Zusammenhang mit dem Schreiben der fünf Fraktionsvorsitzenden der Hamburgischen Bürgerschaft zum Stellenabbau in der MOPO stellt DuMont einige Behauptungen auf, die wir auf der Betriebsversammlung bereits klargestellt haben. In einem weiteren Schreiben haben die Fraktionen erklärt, dass ihnen leider beim kürzlich versandeten Brief … ein Fehler unterlaufen ist, der sachlich einen falschen Eindruck hinterlässt.“ Der letzte Absatz muss lauten: Wir appellieren an die Verantwortlichen im Verlagshaus der DuMont Mediengruppe und in der Chefredaktion der MOPO, auf … den Abbau von 11 von 65 Stellen und die Verlagerung der Mantelproduktion noch einmal zu überdenken.”DuMont hat davon gesprochen, dass sich die Fraktionen „von gezielten Falschangaben leiten und instrumentalisieren lassen.” Zur „Faktenlage“ schreiben die Geschäftsführung und Chefredaktion, zusammen mit dem DuMont Vorstand u.a.

„ … ist die Hamburger Morgenpost seit geraumer Zeit defizitär…”
Seit 2009 gehört die Morgenpost Verlag GmbH zu DuMont. Mit Ausnahmen des Jahres 2014 schrieb die MOPO jeweils ein positives Jahresergebnis. Seit 2006, damals noch Mecom, wird die MOPO durch die BV Deutsche Zeitungsholding beherrscht und alle Gewinne werden an sie abgeführt, mit Subventionierung hat das nichts zu tun. Verluste müssten auch vom Gesellschafter getragen werden, da es einen Gewinn- und Beherrschungsvertrag gibt. Addiert man die Gewinne von 2006-2008 (= 7,4 Mio. €), so flossen Millionen € nach Berlin. Addiert man die Jahresergebnisse seit 2009 bis 2016, so sind es immer noch Millionen €, die an Berlin überwiesen wurden. 2014 gab es seit Jahrzehnten wieder einen Verlust von 1,09 Mio. €.  2015 betrug der Jahresüberschuss vor Ergebnisabführung 0,6 Mio. €. 2016 kennen wir noch nicht, aber DuMont schrieb in seiner Bilanz von einem positiven Ergebnis. Berücksichtigt werden muss bei diesen Beziehungen, dass die MOPO auch noch in einen Cashpool zur Sicherung der Liquidität der BV Deutsche Zeitungsholding zahlte. 2015 waren es 1,17 Mio. €, 2014 1,106 Mio. €. Der Berliner Verlag gleicht über diesen Cashpool seine Forderungen und Verbindlichkeiten aus.  Bezeichnend ist, dass der Berliner Verlag für den Personalabbau in der „Berliner Zeitung“ über seine Muttergesellschaft 2016 8,7 Mio. € erhalten hat, was aber keine Subventionen sind.

In das MOPO-Ergebnis fließt seit 1986 der anteilige Überschuss aus der Beteiligung von Radio Hamburg. Wir kennen die Zahlen der MOPO und auf der Basis legen wir uns fest, dass das so genannte operative Ergebnis, also ohne Radio Hamburg, nicht seit Jahren rot ist. Die Zahlen von 2016 kennen wir noch nicht. Das ändert nichts an dem Druck aus rückläufigen Umsätzen im Anzeigen- und Vertriebsmarkt.

„ … wird von der DuMont Mediengruppe subventioniert. Ein Zustand, der Investitionen in die Zukunftssicherung erschwert.“
Wenn jemand Geld in die MOPO steckt, das sich nicht aus dem unmittelbaren Geschäft ergibt, also aus dem Verkauf von Anzeigen oder Produkten, dann kann hiermit versucht werden, etwas zu trieben oder zu unterstützten. Ohne Gegenrechnung würde es nicht erfolgen, wer verschenkt schon Geld. „Subventionen“ sind eine Art Kampfbegriff aus der Politik, wenn es um steuerliche Vergünstigungen oder andere Vorteile für Unternehmen geht, um die Politik zu diskreditieren. Wir können uns nicht vorstellen, dass das in den Beziehungen von DuMont Unternehmen untereinander so etwas gibt, also Geld „verschenkt“ wird.  DuMont hat 2016 seine Bilanzierungsmethode von einem IFRS Abschluss (internationalen Regeln) auf einen HGB (Deutsches Handelsgesetzbuch) umgestellt. In diesem Zuge wurden u.a. das Anlagevermögen, die bisherigen Konditionen aus dem System IFRS auf das HGB-System u.a.m. überprüft und es scheint, wenigsten haben wir das auf der Betriebsversammlung so verstanden, dass diese Bilanzierungsumstellung der MOPO Geld in die Kasse eingebracht hat.

„Die Redaktion der MOPO bleibt personell stark besetzt und kehrt mit dem Umbau auf das Stellenniveau von 2010 zurück.”
Wir haben uns die Kopfzahl in der Redaktion vom Januar 2010 und Oktober 2017 angesehen. 2010 gab es 67 Redakteure inklusive produzierenden Kolleginnen und Kollegen mit einem festen Arbeitsvertrag, 2017 sind es 57 schreibende und produzierende Redakteure mit einem festen Arbeitsvertrag. Das Ziel des Unternehmens ist es, diese 57 um 9 Stellen in der Redaktion zu reduzieren.

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