Über diese Web-Seite

Dieser Blog soll der Meinungsbildung für einen kleinen Bereich der Gewerkschaftspolitik dienen. Hier und da ein wenig zugespitzt. Fast alles ist zu lang.

Warum diesen Blog?
In der Vergangenheit hatte ich ver.di im Fachbereich Medien wiederholt den Vorschlag gemacht, ausgehend von einem erfolgreichen gewerkschaftlichen Nachrichtenportal (druck.verdi.de) sowohl regelmäßige Meinungsstücke zu interessanten Themen über einen Blog anzubieten und um über die sozialen Netzwerke den Netzwerkcharakter für die Organisationsarbeit auszubauen. Daraus ist nichts geworden. Die Argumente dagegen gehören zu den dümmsten. Am Ende ist nichts daraus geworden, weil sich keiner dazu mehr gemeldet hat und ich es leid war, die Verantwortlichen daran zu erinnern. Meine Überzeugung: ver.di hat im Bereich der Printmedien die Chance, eine führende Rolle im Web einzunehmen. Über diese Stärke und die Organisationsmacht würde sich die Rolle der Gewerkschaft in den Printmedien verbessern. Das setzt die gewerkschaftliche Arbeit in den Betrieben und Konzern, einen roten Faden voraus. Nix draus geworden, geblieben ist meine Meinung.

Es gehört zu einem großen Manko von ver.di, dass hier Funktionäre an der Spitze sind, die sich nur sehr wenig analytisch mit den Themen der Bewegung beschäftigten. Wenn es um die Branche geht, sind sie häufig nicht weit vom Kaffeesatz entfernt. Sie suchen die schnelle und leicht zu vermittelnde Problembeschreibung. Manchmal bin ich auf Betriebsversammlung zusammengezuckt, konnte ich mich des Eindrucks nicht entziehen, hier erklärt ein ver.di-Funktionär den Markt wie ein Unternehmensvertreter, um der Belegschaft das unausweichliche zu vermitteln, sie bekommen einen Arschtritt in den Arbeitsmarkt. Dabei habe ich an ihrer Nasenspitze gesehen, wie sie heucheln. Am bittersten war das bei der Insolvenz der Frankfurter Rundschau (2012/2013) aber auch der Insolvenz der schlott gruppe (2011). Für mich war das eine Grenzüberschreitung im Bereich der Charakterlosigkeit.

update 07.08.2016: Heute sehe ich die Lage noch kritischer von ver.di in unserer Branche. Die Oberflächlichkeit und Unwissenheit nimmt zu und damit auch das praktische Vorgehen in der Branche. Die Möglichkeiten und Notwendigkeiten, über die Web-Arbeit eine Debattenbeitrag zu leisten, sehe ich steigend – allein, weil sie es nicht machen da in Berlin. Nach wie vor prägt der Taylorismus mit seiner betrieblichen Umsetzung das Systems ihr Denken, aber diese gesellschaftserechtliche Struktur gibt es ökönomisch schon lange nicht mehr.  Der Betrieb und seine räumlicher Verortung über die institutionelle Stärke der betrieblichern Mitbestimmung gibt es so nicht mehr. Man kann vermuten, dass nach der Gewerkschaftsrkrise die der betrieblichen Interessenvertretung folgen kann. Insofern wächst auch die Rolle der Sozialen Medien, aber ohne Organisation nützt es nichts