Die Mediengruppe DuMont Schauberg gibt sich eine neue Führungsstruktur

NRHZ080609_007HDHAuf dem Treffen der Führungskräften der Mediengruppe DuMont Schauberg (MDS) Ende Mai 2013 wurde eine neue Führungsstruktur vorgestellt. Zum 1. Januar 2014 wird Dr. Christoph Bauer Vorstandsvorsitzende. Ab 1. Oktober 2013 wird er Vorstandsmitglied. Christian DuMont Schütte scheidet zum 1. Januar 2014 aus dem Vorstand aus und wird stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender. Der Aufsichtsrat bleibt als oberstes „Kontrollgremium“ bestehen, Alfred Neven DuMont dessen Vorsitzender. An der Beherrschung der Mediengruppe DuMont Schauberg ändert sich nichts, die beiden Familien Neven DuMont und Schütte halten jeweils 50 Prozent der Anteile. Der Mediendienst meedia.de schreibt: „Damit holen sich die Kölner einen externen Manager ins Haus, der im Vorstand den Ton angeben soll – eine überfällige Entscheidung.“

Einen Vorstand gibt es bei MDS erst seit 2009

Die Führungsebene Vorstand bei MDS existiert erst seit 2009 nach dem Erwerb des Berliner Verlages und der Hamburger Morgenpost, um die wachsende Unternehmensgruppe strategisch und operativ gezielter zu führen. Es wurden so genannte Unternehmensbereiche geschaffen (Köln, Halle, Berlin, Hamburg und Frankfurt), die die operative Verantwortung ausüben.

Vorstandsvorsitzender wird alle Prozesse im Unternehmen straffen

Neben der strategischen Herausforderung, den digitalen Wandel nicht nur in Wort und Tat, sondern auch in Umsatz und Geschäftsprozessen zu verankern, dürfte sich der künftige MDS-Vorstandsvorsitzende um Absicherung des traditionellen Kerngeschäfts von MDS (Zeitungs- und Anzeigenverkauf) sowie die Erschließung neuer Umsatzfelder bemühen. Laut ksta.de hob Dr. Bauer die „digitale Transformation von Marken und Organisationen als das verbindende Element seiner bisherigen Tätigkeiten in verschiedenen großen Verlagshäusern hervor“. Am Ende dürfte es auch um die Rendite gehen, die durch Investitionen, Unternehmenswachstum und Restrukturierungsprozesse unter Erfolgsdruck für Anteilseigner steht.

Änderung der Arbeitsorganisation zum Medienunternehmen

In einem die verschiedenen Welten bedienenden Medienunternehmen wird sich die Arbeitsorganisation weiter ändern. Neben der Kostenoptimierung ergeben sich daraus für die Beschäftigten die größten Gefahren. Der strukturelle Wandel hin zu anderen Geschäftsmodellen und – prozessen im Medienmarkt um den Verkauf von Inhalten, erfordert eine begründete und langfristige Strategie, die eben auch Geld kostet. Ist die Strategie nicht gegeben, wird das über Reibereien in vielfältigen Fragen ausgetragen, eben auch in der Arbeitsorganisation bzw. in den Abstimmungsprozessen etc. Wer Inhalte verkaufen will, braucht die Autoren/innen und deren Einsatzbereitschaft. Wer vom Verkauf redaktioneller Inhalte leben will, muss etwas Besonders bieten, keine Ware von der Stange oder Informationen, die es überall gibt. Mit der digitalen Produktion wird sich die Arbeitsweise und – organisation weiter ändern.

Bereits in der Vergangenheit wurde massiv an der Kostenschraube bei MDS gedreht

Schon seit 2009 hat MDS erheblich an der Kostenschraube gedreht. Sei es im Rahmen der Integration des Berliner Verlages/MOPO in die MDS-Gruppe (Synergien) oder die jüngsten Maßnahmen wie der Verkauf der FR (Insolvenz und Verkauf an die FAZ – ca. 500 Arbeitnehmer/innen), die Umstrukturierungen in Berlin (bisher rund 100 Arbeitnehmer/innen), der geplante Stellenabbau von über 60 Arbeitern in der Kölner Druckerei u.a.m. Vor dem Hintergrund rückläufiger Anzeigenumsätze und stagnierender bis leicht sinkender Vertriebsumsätze wird man vermutlich weiter an der Personalschraube drehen, um die verlorenen Marktanteile im Umsatz durch Personalkostenreduzierung zu kompensieren.

Die Luft wird rauer mit einem neuen Vorstandsvorsitzenden

Aus Arbeitnehmer/innen-Sicht dürfte die Luft bei MDS rauer werden. Der Druck aus dem Markt, hier vor allem dem Werbemarkt, bleibt hoch. Man wird sehen, wo die konkrete Reise der MDS-Gruppe unter Dr. Bauer gehen wird, ob man eben nicht nur optimiert, sondern den Wandel zum Medienunternehmen mit einem starken Standbein im Printgeschäft und wachsenden Anteilen im digitalen Geschäft vollzieht und dabei auf die Mannschaft setzt.

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