Die MOPO in ihrer vertrauten Form soll zerschlagen werden

Der Betriebsrat der Hamburger Morgenpost schlägt Alarm. Es sollen nicht nur 25 Prozent der Stellen nach seiner Information abgebaut werden. Er sieht in den Planungen der DuMont Mediengruppe eine grundlegende Veränderung der Rahmenbedingungen für die Arbeitnehmer der MOPO. Man prüft die Auflösung der Gesellschaft Morgenpost Verlag GmbH und deren Integration in eine andere Gesellschaft, man will die „agile Redaktion“ erst im Sommer 2017 verkünden, obwohl das Projekt im Februar 2016 gestartet wurde. Man will in ein neues Gebäude ziehen. Hier die BR-Info im Wortlaut. Die Infos des Betriebsrats wurden auf einer Betries-Versammlung beim Punkt Umzug und Ausgliederung dementiert. „Die MOPO in ihrer vertrauten Form soll zerschlagen werden“ weiterlesen

Vor uns allen liegen wichtige Tage und Wochen

Für den Berliner Verlag hatte DuMont Ende Oktober 2016 seine Umbaupläne für einen „Neuanfang“ verkündet. Wie sollte man auf Arbeitnehmerseite reagieren, wie geht man weiter vor? Dies war Gegenstand verschiedener Beratungen vor und nach der Verkündung. Frühseitig war die Strategie nach einer Sozialtarifbewegung entwickelt worden. Der folgende Text sollte noch einmal die Breite des Vorgehens verdeutlichen und die Geschichte für die Formierung der Arbeitnehmer/innen liefern. Ich war einer der Co-Autoren. Historisch ist der Vorgang noch nicht ganz beendet, aber der Witz war, dass an diesem Tag auch jene erstmals sich zu Wort meldeten, die diese Strategie nicht verfolgten. „Vor uns allen liegen wichtige Tage und Wochen“ weiterlesen

25 prozentiger Stellenabbau in der MOPO-Redaktion geplant

Für 2017 plant die MOPO-Geschäftsführung nach unseren Informationen des Betriebsrats einen Abbau von 25 Prozent der Redaktionsstellen. Das wäre ein einmaliger Schritt in der Redaktionsgeschichte der MOPO. Für diesen Abbau wird man sicher viel Geld ausgeben, um das Personal loszuwerden. Diese Ausgaben werden dieses oder das kommende Geschäftsergebnis im Millionen-Bereich belasten. „25 prozentiger Stellenabbau in der MOPO-Redaktion geplant“ weiterlesen

Es ist gar nicht einfach, zu erklären, was man praktisch tut

Vor zwei Wochen würde ich auf einer Geburtstagsfeier gefragt, wie es auf der Arbeit läuft. Eine einfache Frage, die schnell beantwortet war: Alles ok. Etwas mehr Dialog war schon erwartet, also sagte ich auf Nachfrage, dass meine Arbeit sich nicht im unmittelbaren Output misst, sondern an aufgeschobenen Prozessen und gesetzten Themen. Ich habe seit über zwei Jahren einige Projekte laufen. Hier bin ich im Plan, aber wo es endet und ob es einen Endpunkt hat, weiß ich noch jetzt immer weniger. Meine Grundannahme ist richtig, aber die Faktoren habe ich falsch bestimmt. Damit war der Dialog beendet. Das Geburtstagskind senkte den Kopf. „Es ist gar nicht einfach, zu erklären, was man praktisch tut“ weiterlesen

„Ich habe mich über dich umgehört …“

Eine aktuelle Besprechung schob mich wieder in die Vergangenheit zurück. Ein Gewerkschaftssekretär, den ich nicht weiter kannte, rief  mir in einer Debatte zu: “Ich habe mich umgehört und du schlägst häufig unter die Gürtellinie. Jetzt verlässt du diese Grenze auch noch.” Brav habe ich mich dafür bedankt, dass er sich umgehört hat, ich weiß zwar nicht, wo von er redet, aber es scheint, er hat von mir gehört. Klar, in der Debatte ging es um seine Leistung. Was war da noch, was die Zusammenarbeit belastet? Man muss es aussprechen, damit die Lösung angegangen werden kann. „„Ich habe mich über dich umgehört …““ weiterlesen

Gegen eine bedingungsgebundene Hilflosigkeit, äh, Tarifabeit

Gegen die anhaltende und steigende Tariflosigkeit von Unternehmen unserer Verlagsbranche scheint kein Kraut gewachsen, wir verlieren einen nach den anderen Betrieb. Was also tun? Die Unternehmen bauen neue Geschäftszweige auf, also neue Betriebe und steigen gar nicht erst mit der Tarifbindung ein, weil sie dem Arbeitgeberverband nicht zusätzlich Beiträge in den Rachen werfen wollen. Sie wollen aber auch nicht den „Automatismus“ von „ständigen Gehaltserhöhungen“ oder dem „Anspruchsdenken“ nach 13 oder 14 Monatsgehältern, einer Arbeitszeit, der die Verfügung über Anwesenheit des Arbeitnehmers einschränkt, stellen. „Gegen eine bedingungsgebundene Hilflosigkeit, äh, Tarifabeit“ weiterlesen

Gegen eine GWB-Änderung

Meine ersten Notizen zur Änderung des GWB im § 30 b, zur „Presse“ sind vom Tag nach der Veröffentlichung des Referentenentwurfs. Ursprünglich wollte ich eine Unterschriften-Aktion von Betriebsratsvorsitzenden organisieren, die zu einer Debatte in ver.di vor der Veröffentlichung aufrufen sollten. Keiner schien dafür ein großes Interesse zu haben, wiegelten ab, so dass sich mit der Eindruck ergab, wenn es denn nur zur „Kooperationen“ im Verlagsbereich käme, so schlimm wäre es nicht … Also sollte die Linie sein, der ver.di-Beschluss aus 2007 muss die Linie bleiben. Meine Partner sahen eher selber nicht den Handlungsdruck, so dass unsere Aktion einschlief bzw. stand, als  das Bundeswirtschaftsministerium den Referenten-Entwurf veröffentlichte. Damit war die Aktion erledigt. Die nächsten öffentlichen Termine nach der Veröffentlichung im ver.di Fachbereich Medien waren eine Verlagskonferenz und eine Gremiumssitzung. „Gegen eine GWB-Änderung“ weiterlesen

Schrott von ver.di im Netz

Ein Randthema, dass weder groß interessiert noch eine Rolle spielt. Zum wiederholten Mal ändert ver.di seine Web-Strategie, diesmal eine vernünftige Entwicklung. Es geht um die Fähigkeit, auf den mobilen Geräten erkennbar zu sein. Der letzte Redesign war Schrott, jetzt sind die Seiten vernünftig auf den kleinen Geräten zu erkennen. Ein Fortschritt. Hurra, auch wenn man es schon zum letzten Redesign hätte liefern müssen. Ich habe heute keine Ahnung, wer die Entwickler sind und im Zweifel ist Kritik nicht angebracht. Ich frage mich dennoch, warum nicht schon längst das Thema erledigt wurde. Schlechtleistung und vermutlich wieder Geld verbrannt. „Schrott von ver.di im Netz“ weiterlesen

Anpassung

Seit gut 20 Jahren beschäftigte ich mich mit Fragen der Formierung von Interessenvertretungen in größeren Medienunternehmen auf nationaler und internationaler Ebene. Irgendwann 2007 endete das, da ich ehrenamtlicher Funktionär in ver.di im Fachbereich Medien auch auf Bundesebene wurde. Damit endete in Tagen das andere Geschäft und alle zu dem Zeitpunkt angeschobenen internationalen und nationalen Prozesse sehr schnell. Die Dynamik, die Dinge weiter zu treiben, war und ist in diesen Strukturen nicht möglich. Sicher hat das etwas mit den handelnden Personen zu tun, die kontrollieren und verhindern wollen. Tempo, dass stößt sich mit der hauptamtlichen Struktur. Dies ist nach meiner Haltung grundsätzliches Versagen, da diese Strukturen machtpolitisch ausgerichtet sind und in sich nicht demokratisch. Die Phrase aus diesen Reihen, „Wir sind die Gewerkschaft“, ist deren Schlachtruf, um sich der Verantwortung zu entziehen.

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Die Unternehmensstrategie der Funke Mediengruppe

Strategie_Unsicherheit_Szenarien-628x339Das Printgeschäft, also Regionalzeitungen und Zeitschriften, ist unverändert das Kern- geschäft des Konzerns. So erwirtschaften die Zeitschriftentitel von Funke einen Jahres- ergebnis von 49,6 Mio. €. Die Zeitungsgruppe Thüringen mit 8,6 Mio. € und das BZV Medienhaus mit 12,8 Mio. € Ergebnis sind zurzeit (2014) die gewinnbringenden Medienstandorte. NRW, Berlin und Hamburg dürften weiter restrukturiert bzw. reorganisiert werden. So gibt es in Berlin Kooperations- gespräche zwischen Funke, Holtzbrinck und DuMont. Mittel- und langfristiges Ziel ist es, durch weitere Zukäufe Funktionen zu bündeln und durch die Größe der Mediengruppe Synergien heben zu können. „Die Unternehmensstrategie der Funke Mediengruppe“ weiterlesen